Die Kraft in Bild und Wort

Publiziert von Jacqueline Straub am 14. März 2018 10:29:08 MEZ

Die diesjährige Preisverleihung der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche stand unter dem Motto «Für eine schöpferische Kraft in Bild und Wort». In einem vollen Saal im Hotel Schweizerhof in Luzern wurden die beiden Preisträger, Volker Hesse und Andreas Knapp mit dem Herbert Haag Preis ausgezeichnet.

volker_hesse. Herbert Haag Stiftung

Erwin Koller, Präsident der Herbert Haag Stiftung betonte in seiner Begrüssungsrede, dass die Sprache sich ständig ändert, und betonte, welche Rolle die Sprache spielt. Die beiden Preisträger nehmen die Sprache der Menschen in unterschiedlichen Formen mit all ihren Hoffnungen, Ängsten, Leiden, Freuden und Hoffnungen auf, so Koller.

Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger befasste sich in seiner Laudatio für Theaterregisseur Volker Hesse mit dem Verhältnis von Politik und Religion. «Kultur, Politik und Religion haben Mühe, sich zu verstehen.» Es fehle an gegenseitigem Verständnis und einer gemeinsamen Sprache und Kommunikation, so Leuenberger. «Die Bühne von Volker Hesse ist breiter als die Bretter des Theaters.» Dabei wollte der Alt-Bundesrat nicht nur darauf hinweisen, dass Hesse sämtliche Räume und Plätze für seine Inszenierungen in Anspruch nimmt, sondern durchaus mit seinen Ideen anstösst. «Wer für die Freiheit in der Kirche kämpft, kämpft für die Freiheit der Welt», ist sich Leuenberger sicher und schreibt kurzerhand die Bibel um: «Lobet den Hesse, den mächtigen König der Bühne.» Volker Hesse ist für seine kraftvollen Theaterstücke bekannt. So inszenierte er unter anderem das Welttheater in Einsiedeln und leitete das Spektakel «Sacre del Gotthardo» zur Eröffnung des Gotthardbasistunnels. «Die Kirchen könnten von Hesse lernen. Er arbeitet vorzüglich mit Laien», so Erwin Koller.

andreas_knapp. Herbert Haag Stiftung

Andreas Knapps Gedichte zählen zur eindrucksvollsten und meistgelesenen spirituellen Poesie unserer Zeit, so die Herbert Haag Stiftung. «Sobald man die Gedichte von Andreas Knapp liest, wird man in eine andere Sprachwelt hineingezogen», so der Theologieprofessor Karl-Josef Kuschel in seiner Lobrede. Es ist ein Schreiben gegen die Gottesvergessenheit und Gottesvergleichgültigung. «Aber im Wissen um die Gründe für den Gottesschwund unserer Zeit». Kuschel ist fasziniert vom Poet Knapp, da dieser die Rede von Gott nicht aufgibt und bezeichnet den Preisträger als «Priester der Dialektik». Knapp ist Mitglied der «Kleinen Brüder vom Evangeliums», arbeitet als Gefängnisseelsorger und lebt in Leipzig. Das Preisgeld lässt er vertriebenen Christen aus Mossul, Karakosch und Aleppo zukommen.

 Video von Jacqueline Straub:

 

Themen: Preisverleihung, Herbert Haag Stiftung

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