Bleibt dran! Gebt nicht auf!

Publiziert von Helen Schüngel-Straumann am 4. April 2019 10:18:19 MESZ

Endlich gibt es einen Lichtblick in der weltweit verfahrenen Klimasituation. Am Freitag, 15. März habe ich an der Demo der Jugendlichen in Basel teilgenommen. Vom Münsterplatz bis zum Kasernenplatz - durch die ganze Altstadt - verlief alles ganz geordnet und friedlich, obwohl eine große Zahl von wohl rund tausend Menschen teilgenommen haben.

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Es ist sehr erfreulich, dass die dringenden Probleme von den jungen Leuten, die ja am meisten davon betroffen sein werden, so engagiert angegangen werden. Der Klimawandel wartet nicht, es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern eher schon fünf nach Zwölf.

Einige Beispiele sollen hier genannt werden: Es ist einfach unverständlich, dass die Subventionierung des Kerosins für Flugzeuge noch nicht abgeschafft wurde. Die Flüge müssen zudem um mehr als das Doppelte teurer werden, anders bekommt man die vielen unnötigen Flüge vermutlich nicht in den Griff. Im übrigen ist es statistisch gesichert, dass kein Volk auf der Welt - im Verhältnis zur Zahl der Einwohner - jährlich so viel fliegt wie die Schweizer. - Was die desolate Verkehrssituation auf Strassen und Schiene betrifft, könnten etwa die Hälfte aller Fahrten, bei denen Lebensmittel - auch lebende Tiere - hunderte von Kilometer in andere Länder verfrachtet werden und nach der billigeren Bearbeitung dann wieder zurück, gespart werden. Dagegen wird schon lange protestiert, ohne dass sich viel geändert hat. Es ist auch überflüssig, alle Produkte der Landwirtschaft das ganze Jahr essen zu können, z.B. Erdbeeren an Weihnachten. - Die Hochhäuser, die inzwischen auf allen Meeren herumfahren, müssten verboten werden. Sie zerstören sehr viel, nicht nur in Venedig. Die ungeheueren Abfallmengen, denen man an vielen Orten gar nicht mehr Herr wird, stinken zum Himmel. Sie verschandeln nicht nur Erde und Luft, sondern bringen auch Krankheiten u.a. Es gibt noch viele andere Ecken, an denen gespart werden muss, so etwa am hemmungslose Gebrauch von Energie (air condition, Leuchtreklamen u.a.) Es reicht nicht, wenn eins ums andere langsam in Angriff genommen wird, es muss alles in einer konzertieren Aktion, sozusagen gleichzeitig, geschehen, und zwar JETZT.

Immer wieder wird über zahlreiche technische Mittel diskutiert, um den CO² Ausstoss zu verringern. Sicher kann die Technik vieles, aber hier braucht es etwas anderes: ein ganz radikales Umdenken. Die Hauptfrage darf nicht mehr sein "Wo erziele ich den größten Profit?", sondern es muss heissen: "Was kann ich tun, um der Umwelt, dem Klima, der Natur und den Menschen möglichst zu helfen oder wenigstens nicht zu schaden?". Der Wachstumsmythos ist überholt, kein Baum und kein Mensch wächst immer weiter und höher hinauf. Jede/r muss abspecken, seine Ansprüche senken. Wenn wir nicht bereit sind, von unserem Wohlstand einiges abzugeben, verlieren wir ihn später ganz.

Das Argument, die Schweiz sei zu klein, um einen grossen Einfluss auf das Weltgeschehen zu haben, ist nicht richtig. Es geht nicht nur um das, was in unserem Land passiert, sondern auch um mehrere Banken und grosse Konzerne, die auf anderen Kontinenten an beträchtlichen Schäden beteiligt bzw. dafür verantwortlich sind. Der Anteil der Schweiz am globalen Schaden ist im Verhältnis zu ihrer Grösse sehr hoch.

Liebe Schüler und Schülerinnen: Bleibt dran! gebt nicht auf! Viele Grosseltern sind auf Eurer Seite (es gibt bereits einen Verein von Seniorinnen).

Prof, Dr. Helen Schüngel-Straumann

Themen: Klimawandel, Greta Thunberg, Klimademos

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