Beginn einer grossen Reise

Publiziert von Darius N. Meier am 4. Juli 2017 10:25:41 MESZ

Mit einem fulminanten Auftakt begann die Startkampagne des Projekts "Dialogue en Route" am Oberalppass. Mit dem Fahrrad besuchen die sogenannten Guides eine Woche lang verschiedene Stationen in der Schweiz, die erste dabei war das Kloster im wunderschön gelegenen Disentis.

dialogue en route https://enroute.ch/de/platform/#/

Nach einer Kampagnenoffensive im Dorf, bei welcher Fragen von der Bevölkerung zum Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen gesammelt wurden, geleitete Bruder Martin die Guide Delegation durch das Kloster. Anschliessend verbrachte die Gesellschaft den Rest des Abends mit einem Mahl in der Kantine des Gymnasiums, welches ebenfalls zum Kloster gehört. Dabei erzählte Bruder Martin interessante Details zum klösterlichen Leben. Das geregelte und verpflichtende Leben der Mönche wird ein wichtiger Inhalt der Führungen sein, welche im Rahmen von "Dialogue en Route" in Disentis angeboten werden. In diesem Zusammenhang sollen die Besucherinnen und Besucher (zum Beispiel Schulklassen) zum Nachdenken über ihren eigenen Lebensstil angeregt werden.

Disentis.jpgPersönliche Bereicherung
Als Guide komme ich im Verlauf der Woche in den Genuss von verschiedenen solchen Stationen, bei welchen Direktinvolvierte über die interessanten Hintergründe und Spezialitäten der jeweiligen Kulturstätte berichten. Augenscheinlich ist die Diversität, welche ich in den Haltestellen oder Standorten wahrnehmen kann, denn die erlebte Gefühlswelt variiert sehr stark von nachdenklich – wenn es um jüdische Fluchtrouten im zweiten Weltkrieg geht – bis zu fröhlich und feierlich – beim serbischen Volkstanz. Mir wird bewusst, welche Chancen und Herausforderungen die Schweiz durch diese kulturelle Vielfalt hat. Froh bin ich darüber, dass durch diese Kampagne endlich einmal das Potential aufgezeigt wird, gemeinsam an einem Strick zu ziehen, was in der Medienlandschaft der Schweiz selten zum Ausdruck kommt.  

Dialog als Chance und Ausblick
Nur schon kulinarisch erfahre ich durch die verschiedenen Stätten, wie vielfältig man sich eigentlich ernähren kann und wie die Essenskultur sich einerseits unterscheidet, jedoch auch Menschen mit verschiedenen Ansichten zusammenbringen kann. Dass dabei auch der Dialog während dem Essen miteinhergeht, erscheint mir als wichtige Verknüpfung zwischen dem Zusammenkommen an sich und dem Dialog. Dabei können vorgefasste Meinungen revidiert werden und neue Verbindungen entstehen. Zudem kann die Angst vor dem Fremden abgebaut werden. Im Verlauf der ganzen Wochen stehen nun noch verschiedene andere Stationen in der Nordostschweiz und in Zürich auf dem Programm, bei denen Angehörige aller grossen Religionsgemeinschaften mitkonzipiert und mitgearbeitet haben. Am Sonntag endet dann die Kampagne mit einem grossen Eröffnungsfest in der Limmatstadt.

Text von Darius N. Meier, Guide en route Kampagne

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Themen: interreligiöser Dialog

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