Friedenslicht im zwielichtigen Zürich

Publiziert von Wolf Südbeck-Baur am 14. Dezember 2014 06:31:57 MEZ

Zum 22. Mal kommt das Friedenslicht am 14. Dezember am Bürkliplatz in Zürich an. Von da an tritt das Symbol für Frieden und Gerechtigkeit seine Reise in Städte und Dörfer an. Das Friedenslicht kommt zum ersten Mal direkt aus Bethlehem, es wird auch in Basel, Fribourg und Lugano empfangen.

Von Heinrich Frei

Leider gehört Zürich immer noch zu einer Stadt, die Kriege in aller Welt mit Waffenexporten anheizt, trotz diesem Friedenslicht, das Jahr für Jahr nach Zürich kommt. Zürcher Rüstungsgüter werden in das Pulverfass des Nahen Ostens exportiert und an islamische, christliche und Nato Staaten die immer wieder Kriege führen. Laut dem Stockholm Peace Research Institute stand die kleine, neutrale, dem Frieden verpflichtete Schweiz 2013 mit ihren Kriegsmaterialexporten an 15. Stelle.

Schweizer Banken investieren sogar Milliarden in Konzerne, die Atomwaffen herstellen. Dies wurde im Bericht „Don’t Bank on the Bomb“ dokumentiert, ein Report der die Nichtregierungsorganisationen Pax und Ican erstellt haben.

Laut diesem Report investieren sieben Finanzinstitute in der Schweiz insgesamt 5,239 Milliarden US-Dollar in Unternehmungen die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Allein die UBS investiert 3,7 Milliarden Dollar und die Crédit Suisse 1,4 Milliarden in solche Firmen, auch Swiss Re und Swiss Canto sind auf dieser Schand-Liste zu finden.

Die heutigen neun Atomwaffen Staaten verfügen über 10‘000 Atomwaffen in ihren Lagern. Dies wäre genug um die ganze Menschheit mehrmals auszurotten, zusammen mit allen anderen Säugetieren. Ist dies OK, wenn Schweizer Banken, auch die Zürcher Kantonalbank die an Swiss Canto beteiligt ist, helfen einen solchen Irrsinn auch mit unserem Geld mitzufinanzieren?

Die Situation ist heute gefährlicher denn je: Die USA und Russland verfügen über 1800 Atomwaffen in höchster Alarmbereitschaft, Diese Atomraketen können in fünf bis 15 Minuten gestartet werden. Sie könnten auch auf Grund einer Panne, aus einem Irrtum heraus auf uns los gelassen werden.

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 Max Dätwyler, (1886 – 1976) Friedensaktivist. Er verweigerte im Ersten Weltkrieg den Fahneneid. Bild: Theo Dannecker, Ausstellung „Frieden schaffen“ in Adliswil, November 2014

Ein W88 Atomsprengkopf der USA verfügt über eine Sprengkraft die 30-mal grösser ist als die Hiroshima Atombombe. Mit einer solchen W88 Bombe könnte man London, Moskau oder New York auf einen Schlag vollständig vernichten.

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