Zeichen des Widerspruchs

Publiziert von Webmaster am 1. März 2014 18:48:38 MEZ

Die letzte aufbruch-Umfrage «Soll Bischof Vitus Huonder zurücktreten?» hat viel Staub aufgewirbelt und über die Schweiz hinaus Beachtung gefunden. Das wäre an sich sehr erfreulich, wenn nicht gewisse auffällige Phänomene feststellbar gewesen wären. Zunächst wollte die Redaktion mit dieser Umfrage erkunden, wie die Stimmungslage unter den Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz ist, nachdem der Appell des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds SKF «Segen statt Brot für Homosexuelle und Geschiedene» mit 2700 Unterschriften die Empörung über die ausgrenzende und diskriminierende Haltung der Churer Bistumsleitung zum Ausdruck gebracht hatte.

Die aufbruch-Redaktion hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir den Appell unterstützen. Insofern ist diese in keiner Weise repräsentative Umfrage auch als Zeichen des Widerspruchs zur Haltung von Bischof Huonder und den Seinen zu verstehen. Nun plädieren insgesamt 79 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden gegen den Rücktritt von Bischof Huonder. Zunächst sei nochmal klipp und klar betont, dass dieses Resultat in keiner Weise Anspruch auf Repräsentativität erheben kann. Ist es aber, wie man meinen könnte, ein Beleg für die Stimmung unter den Schweizer Katholiken? Dies ist allerdings mehr als fraglich.

Fakt ist: die computertechnische Analyse hat gezeigt, dass insgesamt eine Mehrheit der Umfrage-Teilnehmenden aus Deutschland stammt. Grossmehrheitlich haben sich diese für Huonder ausgesprochen. Sicher die Hälfte der über 3000 Huonder-Stimmen kommt aus Deutschland und Österreich. Die Flut ähnlich lautender online-Kommentare belegt dies überdeutlich. Fakt ist weiter, dass das «Forum Deutscher Katholiken» auf seiner Homepage seine Gefolgschaft zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen hat - nota bene mit dem Hinweis, wie sie abstimmen sollen. Kommt dazu, dass unsere Partner von Publik-Forum in Oberursel bei einer Umfrage zu Papst Benedikt mit dem «Forum Deutscher Katholiken» dieselbe Erfahrung gmacht haben. Fazit: Solche Umfragen zeigen, wie emotional geladen die Sache ist und wie abgrundtief der Graben bei den Katholiken ist - und wie gut konservative katholische Kreise gleichsam militärisch organisiert sind. Diesen Faden hat der aufbruch aufgenommen und Spektrum und Profil der rechtskatholischen Kreise ausgeleuchtet. Näheres dazu finden Sie ab Seite 6 in der nächsten aufbruch-Ausgabe, die am 20. März erscheint..

Wolf Südbeck-Baur, Redaktor

Themen: News

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