Rassismus: Zum Teufel mit Toleranz gegenüber Intoleranten

Publiziert von Wolf Südbeck-Baur am 19. August 2013 10:50:18 MESZ

_DSC8363 Foto: Pino Covino

Zum Teufel mit der Toleranz gegenüber Intoleranten, dem nachsichtigen Verständnis für Fremdenangst und Ausgrenzungswünsche! Der ungehemmte Ausgrenzungseifer mit seinen unzähligen Verboten bringt uns um Freiräume, Freundschaften, Spontanität und Kreativität. Wem die Vielfalt von Menschen und Meinungen wichtig ist, darf kein Wendehals sein. Im Gegenteil!

Von Anni Lanz

Kritik an Schweizer Gepflogenheiten wird in der Schweiz jeweils erst dann zum Thema, wenn sie das Ausland äussert. Die Auseinandersetzung damit erfolgt dann in der Regel in Rechtfertigungen und mit dem Hinweis, dass die anderen Länder auch nicht besser seien. So auch bei dem kürzlich weltberühmt gewordenen „Täschligate“ und „Badiverbot“. Der Rassismusvorwurf ist unter Inländerinnen und Inländern tabu . Wenn kritische Zeitgenossen die täglichen fallenden rassistischen Äusserungen von Politikerinnen und Politikern oder schamlos diskriminierende Massnahmen als rassistisch bezeichnen, werden sie ignoriert oder angeprangert. Die jede tiefer greifende Auseinandersetzung verhindernde Selbstgerechtigkeit und Selbstgenügsamkeit machen die Schweizer Politik so öde. Sie ermöglichten auch die unreflektierte Zustimmung zum Minarettverbot, zur Ausschaffungsinitiative und zu Ausländer diskriminierenden Gesetzen. Sie beruhen auf der Grundhaltung, besser zu sein und mehr Vorrechte zu haben als andere – gewiss, eine gesamteuropäische Haltung, die während Jahrhunderten den Kolonialismus und später den Faschismus hervorbrachte. Beides liegt nicht lange zurück. Eine Auseinandersetzung damit hat jedoch bei uns kaum stattgefunden. Die Herrenmentalität macht die Menschen zu unerträglich bornierten Zeitgenossen, die alle Andersdenkenden zu Fremden und Minderwertigen stempeln und jede Lebenslust im Keim ersticken. Rassismus gedeiht in der Schweiz so prächtig, dass diejenigen, die ihn benennen und ihn auch bei sich selbst bekämpfen, zu Abweichlern werden.

Anni Lanz ist Menschenrechtsaktivistin und engagiert im Solinetz Basel

Themen: News

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