Babyklappen sind keine Lösung

Publiziert von Webmaster am 20. Juni 2013 14:12:18 MESZ

Babyfenster nehmen Kindern das Recht, ihre Herkunft zu kennen

hofstetter

Die Befürworter »werben« für mehr Babyklappen, weil man damit Kindstötungen vermeiden könne. Natürlich ist ein solches Argument für den Durchschnittsbürger einleuchtend. Die Mehrheit befürwortet denn auch solche Initiativen.

Aber sind Babyfenster wirklich effizient, um Menschenleben zu retten? Nichts ist weniger sicher. Keine Statistik hat bisher die Richtigkeit einer solchen Aussage bewiesen. Im Übrigen scheint es absurd, dass eine Mutter voll Panik bis nach Davos – oder sei es auch »nur« bis Einsiedeln – reist, um dort ihr unerwünschtes Baby abzugeben. Bei Frauen, die ihr Kind aussetzen oder sogar töten, ist die Schwangerschaft häufig verheimlicht oder verleugnet, bis die betroffene Frau durch die Geburt in eine Stresssituation kommt. Aufgrund dieses Verdrängungsmechanismus werden diese Frauen auch nicht wissen, dass es Babyklappen gibt oder während der Schwangerschaft psychosoziale Hilfe in Anspruch nehmen. Und wer weiss, ob wirklich die Mutter das Kind abgelegt hat und nicht ein Zuhälter oder der Urheber eines Inzests? Kriminelle Taten können mithilfe der Babyfenster verheimlicht werden.

Es gibt keine Beweise, dass mit Babyklappen Kindstötungen vermieden werden können. Das sind nur Vermutungen, Hypothesen. Was jedoch klar auf der Hand liegt, sind die Konsequenzen für das Kind. Es ist und bleibt ein verlassenes Kind »ohne Geschichte«, das nie Antworten auf seine Fragen finden wird. Die Babyklappe nimmt dem Kind das Recht, seine Herkunft zu kennen, und verstösst deshalb gegen die Kinderrechtskonvention und die schweizerische Gesetzgebung.

Marlene Hofstetter, terre des hommes

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